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Dein Weg zurück ins Arbeitsleben

Was ist eine Rehabilitation?
Eine Rehabilitation umfasst alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Gesundheit von Menschen nach einer Erkrankung oder einem Unfall wiederherzustellen oder zu verbessern. Ziel ist es, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, insbesondere am Arbeitsleben, so weit wie möglich wieder zu ermöglichen. Dabei kommen verschiedene medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen zum Einsatz, individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt.
Was ist eine Wiedereingliederung?
Die Wiedereingliederung, oft auch als „Hamburger Modell“ bekannt, ist ein stufenweiser Prozess, der Arbeitnehmer*innen nach längerer Krankheit den schrittweisen Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern soll. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation und konzentriert sich speziell auf die berufliche Reintegration.
Wer hat Anspruch auf Rehabilitation und Wiedereingliederung?
Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer*innen Anspruch auf Rehabilitation und Wiedereingliederung, wenn ihre Arbeitsfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall eingeschränkt ist oder zu sein droht. Die Leistungen können von verschiedenen Trägern erbracht werden, abhängig von der Ursache der Erkrankung oder des Unfalls:
- Deutsche Rentenversicherung: Bei drohender Erwerbsminderung oder wenn die Erkrankung/der Unfall die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt.
- Krankenkasse: Nach Abschluss der medizinischen Akutbehandlung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.
- Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft): Bei Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten.
- Agentur für Arbeit: Bei drohender Arbeitslosigkeit aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen.
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Wie läuft eine Wiedereingliederung ab?
Die Wiedereingliederung beginnt mit einem Gespräch zwischen Arbeitnehmer*in, Arbeitgeber*in und gegebenenfalls dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin. Gemeinsam wird ein individueller Wiedereingliederungsplan erstellt, der die schrittweise Steigerung der Arbeitszeit und -belastung festlegt. Der Plan muss schriftlich fixiert werden und folgende Punkte enthalten:
- Dauer der Wiedereingliederung: In der Regel maximal 6 Monate, Verlängerung möglich.
- Tägliche/wöchentliche Arbeitszeit: Beginnend mit wenigen Stunden, schrittweise Steigerung.
- Art der Tätigkeit: Gegebenenfalls Anpassung der Aufgaben an die gesundheitlichen Einschränkungen.
- Regelmäßige Überprüfung: Anpassung des Plans bei Bedarf.
Welche Leistungen gibt es während der Rehabilitation und Wiedereingliederung?
Während der Rehabilitation und Wiedereingliederung erhalten Arbeitnehmer*innen je nach Träger unterschiedliche Leistungen. Dazu gehören:
- Leistungen zur medizinischen Rehabilitation: z.B. Krankenhausaufenthalte, Therapien, Reha-Sport.
- Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben: z.B. Umschulungen, Weiterbildungen, Hilfsmittel am Arbeitsplatz.
- Übergangsgeld oder Krankengeld: Sicherung des Lebensunterhalts während der Maßnahmen.
Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers
Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, aktiv an der Rehabilitation und Wiedereingliederung mitzuwirken. Dazu gehört die Teilnahme an den vereinbarten Maßnahmen und die Offenlegung relevanter gesundheitlicher Informationen. Er hat das Recht auf einen Wiedereingliederungsplan, der seinen individuellen Bedürfnissen entspricht, sowie auf die Unterstützung durch Arbeitgeber*in und den zuständigen Träger.
Rechte und Pflichten des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Wiedereingliederung zu unterstützen und einen geeigneten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Er muss den Wiedereingliederungsplan mit erstellen und die im Plan festgelegten Arbeitszeiten und -bedingungen einhalten. Er darf den Arbeitnehmer während der Wiedereingliederung nicht kündigen (besondere Kündigungsschutz). Er ist nicht verpflichtet, eine freie Stelle zu schaffen.
Was passiert nach der Wiedereingliederung?
Ziel der Wiedereingliederung ist die vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und die Rückkehr in das vorherige Arbeitsverhältnis. Konnte die Arbeitsfähigkeit nicht vollständig wiederhergestellt werden, können weitere Rehabilitationsmaßnahmen oder eine Anpassung des Arbeitsplatzes notwendig sein. Scheitert die Wiedereingliederung, besteht unter Umständen die Gefahr der Kündigung.
Erfolgsfaktoren für eine gelungene Wiedereingliederung
Eine gelungene Wiedereingliederung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören:
- Frühzeitige Planung und gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten (Arbeitnehmer*in, Arbeitgeber*in, Arzt/Ärztin, Träger).
- Motivation und aktive Mitarbeit des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin.
- Unterstützung durch den Arbeitgeber und die Kolleginnen und Kollegen.
- Individuell abgestimmte Maßnahmen, die den gesundheitlichen Einschränkungen und den beruflichen Anforderungen gerecht werden.
Hilfreiche Adressen und Links
| Institution | Link |
|---|---|
| Deutsche Rentenversicherung | www.deutsche-rentenversicherung.de |
| Bundesministerium für Arbeit und Soziales | www.bmas.de |
Beispiel aus der Rechtsprechung
Ein relevantes Urteil zum Thema Wiedereingliederung ist das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 20.02.2008 – 2 AZR 6/07. Das BAG entschied, dass der Arbeitgeber im Rahmen der Wiedereingliederung verpflichtet ist, dem Arbeitnehmer eine seinem Gesundheitszustand entsprechende Tätigkeit zuzuweisen, sofern dies betrieblich möglich ist. Auch eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz kann im Rahmen der Wiedereingliederungspflicht erforderlich sein.
Checkliste für Arbeitnehmer*innen
| Was ist zu tun? | Wann? |
|---|---|
| Krankschreibung beim Arzt einholen | Sofort bei Erkrankung |
| Arbeitgeber über die Erkrankung informieren | Unverzüglich |
| Mit dem Arbeitgeber und dem Arzt/der Ärztin einen Wiedereingliederungsplan erstellen | Sobald die Arbeitsfähigkeit teilweise wiederhergestellt ist |
| Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation bei dem zuständigen Träger stellen (z. B. Rentenversicherung, Krankenkasse) | So früh wie möglich |

