Inhaltsverzeichnis
ToggleLohn einklagen
So setzt du deinen Gehaltsanspruch rechtlich durch

Wann darf ich meinen Lohn einklagen?
Das deutsche Arbeitsrecht schützt Arbeitnehmer umfassend. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn nicht, nicht vollständig oder zu spät zahlt, haben Sie das Recht, diesen einzuklagen. Dies gilt auch für Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, wenn diese vertraglich vereinbart oder tariflich festgelegt sind.
Sie können Ihren Lohnanspruch gerichtlich geltend machen, sobald die Fälligkeit des Lohnes eingetreten ist. In der Regel ist der Lohn am Ende des Monats fällig. Ist im Arbeitsvertrag ein genauer Zahlungstermin bestimmt (z.B. der 15. eines Monats), so ist der Lohn an diesem Tag fällig.
Wie gehe ich vor, wenn mein Lohn ausbleibt?
Bevor Sie den Klageweg beschreiten, sollten Sie zunächst versuchen, die Angelegenheit außergerichtlich zu klären. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an und schildern Sie ihm das Problem. In vielen Fällen lässt sich die Situation so klären. Bitten Sie schriftlich um die Zahlung und setzen Sie eine Frist, z.B. 7-14 Tage.
Bleibt die außergerichtliche Einigung erfolglos, können Sie Ihren Lohnanspruch gerichtlich durchsetzen. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Mahnverfahren: Das Mahnverfahren ist ein schneller und kostengünstiger Weg, um einen Zahlungstitel zu erhalten. Sie beantragen beim zuständigen Amtsgericht einen Mahnbescheid gegen Ihren Arbeitgeber. Erhält Ihr Arbeitgeber den Mahnbescheid und legt keinen Widerspruch ein, wird der Mahnbescheid rechtskräftig und Sie können die Zwangsvollstreckung betreiben.
- Klageverfahren: Wenn der Arbeitgeber Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt oder wenn es um komplizierte Sachverhalte geht, ist eine Klage vor dem Arbeitsgericht notwendig. Hierbei sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen.
Welche Fristen muss ich beachten?
Für Lohnansprüche gilt die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren (§ 195 BGB). Die Frist beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den anspruchsbegründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.
| Anspruch | Beginn der Verjährungsfrist |
|---|---|
| Lohn Januar 2023 | 31.12.2023 |
| Lohn Dezember 2023 | 31.12.2023 |
Erhalten Sie maßgeschneiderte Unterstützung für Ihren Karriereweg!
Welche Kosten entstehen bei der Lohnklage?
Die Kosten für das Mahnverfahren und das Klageverfahren richten sich nach dem Streitwert. Im Mahnverfahren sind die Kosten zunächst geringer als im Klageverfahren. Im Klageverfahren trägt die unterliegende Partei die Kosten des Verfahrens. Bei einem Teilsieg werden die Kosten anteilig verteilt.
Welche Beweise benötige ich für eine Lohnklage?
Um Ihren Lohnanspruch erfolgreich durchzusetzen, benötigen Sie Beweise. Hierzu gehören:
- Arbeitsvertrag: Der Arbeitsvertrag ist der wichtigste Beweis für das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses und die Höhe des vereinbarten Lohnes.
- Lohnabrechnungen: Lohnabrechnungen dokumentieren die gezahlten und ausstehenden Lohnzahlungen.
- Gehaltsabrechnungen: Gehaltsabrechnungen bei Angestellten dokumentieren die Höhe des Gehalts und Abzüge.
- Stundenzettel: Bei stundenweiser Abrechnung dienen Stundenzettel als Nachweis über die geleisteten Arbeitsstunden.
- Zeugnisse / Arbeitsbescheinigungen: Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind diese Dokumente wichtig für Folgeansprüche.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn?
Der Bruttolohn ist der Lohn vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Der Nettolohn ist der Betrag, der Ihnen nach Abzug aller Abgaben tatsächlich ausgezahlt wird.
| Bruttolohn | – Steuern | – Sozialabgaben | = Nettolohn |
|---|
Besonderheiten bei Minijobs (geringfügige Beschäftigung)
Auch bei Minijobs haben Sie Anspruch auf den vereinbarten Lohn. Die Regelungen zur Lohnklage sind die gleichen wie bei regulären Arbeitsverhältnissen.

