Ehrenamtliche Arbeit: Sprungbrett für den Berufseinstieg in Deutschland

Ehrenamtliche Arbeit

Ehrenamtliche Arbeit 

Sprungbrett für den Berufseinstieg in Deutschland

Was ist ehrenamtliche Arbeit?

Ehrenamtliche Arbeit ist eine freiwillige, unentgeltliche Tätigkeit, die dem Gemeinwohl dient. Sie wird in vielfältigen Bereichen ausgeübt, z.B. in der Sozialhilfe, im Umweltschutz, in der Kultur oder im Sport. Im Gegensatz zu einem Arbeitsverhältnis, das auf Entgeltlichkeit beruht, steht bei der ehrenamtlichen Tätigkeit der Dienst am Gemeinwohl im Vordergrund. Ein Ehrenamt ist in der Regel zeitlich begrenzt und kann nach eigenem Ermessen beendet werden.

Welche Vorteile bietet ehrenamtliche Arbeit für den Berufseinstieg?

Ehrenamtliche Arbeit kann ein wertvolles Sprungbrett für den Berufseinstieg sein. Sie bietet die Möglichkeit:

  • Praktische Erfahrungen zu sammeln: Im Ehrenamt können Sie Fertigkeiten und Kenntnisse erwerben, die im Berufsleben gefragt sind, wie z.B. Teamfähigkeit, Organisationsgeschick oder Kommunikationskompetenz.
  • Das eigene Netzwerk zu erweitern: Der Kontakt zu anderen Ehrenamtlichen und zu Mitarbeitern von Organisationen eröffnet neue Perspektiven und kann bei der Jobsuche hilfreich sein.
  • Lücken im Lebenslauf zu schließen: Ein Ehrenamt kann zeigen, dass Sie sich engagieren und Ihre Zeit sinnvoll nutzen, was positiv von potenziellen Arbeitgebern bewertet werden kann.
  • Die eigenen Stärken und Interessen zu entdecken: Durch die Ausübung verschiedener Tätigkeiten im Ehrenamt können Sie herausfinden, welche Bereiche Ihnen liegen und welche beruflichen Ziele Sie verfolgen möchten.
  • Soziale Kompetenzen zu entwickeln: Der Umgang mit unterschiedlichen Menschen im Ehrenamt fördert Empathie, Toleranz und Konfliktfähigkeit.

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Wie finde ich ein passendes Ehrenamt?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein passendes Ehrenamt zu finden:

  • Online-Portale: Plattformen wie vostel.de oder ehrenamt.de vermitteln ehrenamtliche Tätigkeiten.
  • Lokale Vereine und Organisationen: Informieren Sie sich bei Vereinen in Ihrer Nähe über Engagementmöglichkeiten.
  • Freiwilligenagenturen: Freiwilligenagenturen beraten und vermitteln ehrenamtliche Tätigkeiten.
  • Kommunale Einrichtungen: Auch Städte und Gemeinden bieten Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement.

Ehrenamt und Arbeitsrecht: Was gilt es zu beachten?

Auch im Ehrenamt gibt es einige arbeitsrechtliche Aspekte zu beachten:

  • Versicherungsschutz: Ehrenamtliche sind in der Regel über die Organisation, für die sie tätig sind, unfall- und haftpflichtversichert.
  • Aufwendungsersatz: Ehrenamtliche haben Anspruch auf Ersatz ihrer Auslagen, z.B. für Fahrtkosten.
  • Vereinbarkeit mit dem Beruf: Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitnehmer für die Ausübung eines Ehrenamts freizustellen, z.B. für die Teilnahme an Fortbildungen oder Einsätzen im Katastrophenschutz. Dies ist im Bundesfreiwilligendienstgesetz geregelt.

Beispiele für ehrenamtliche Tätigkeiten als Sprungbrett

Ehrenamtliche TätigkeitPotenzielle BerufsfelderKompetenzen
Trainer im SportvereinSportmanagement, Pädagogik, FitnessbrancheTeamführung, Organisation, Kommunikation
NachhilfelehrerLehrtätigkeit, Sozialpädagogik, ErwachsenenbildungDidaktik, Geduld, Kommunikationsfähigkeit
Mitarbeiter in der FlüchtlingshilfeSozialarbeit, Integrationsmanagement, Öffentlicher DienstInterkulturelle Kompetenz, Empathie, Konfliktmanagement

Tipp: Das Ehrenamt im Lebenslauf richtig darstellen

Um das Ehrenamt optimal für den Berufseinstieg zu nutzen, sollten Sie es im Lebenslauf aussagekräftig präsentieren. Beschreiben Sie konkret Ihre Tätigkeiten und die erworbenen Kompetenzen. Verknüpfen Sie diese mit den Anforderungen des angestrebten Berufsfeldes.

Rechtsprechung

Es gibt verschiedene Gerichtsurteile, die die Rechte und Pflichten von Ehrenamtlichen betreffen. So hat beispielsweise das Bundesarbeitsgericht entschieden, dass ehrenamtliche Tätigkeiten im Lebenslauf berücksichtigt werden können, wenn sie für die angestrebte Stelle relevant sind (BAG, Urteil vom 12.05.2015, Az. 9 AZR 578/13).