Erster Arbeitsvertrag nach der Ausbildung: Was du unbedingt prüfen solltest

Erster Arbeitsvertrag nach der Ausbildung 

Was du unbedingt prüfen solltest

Endlich geschafft! Die Ausbildung ist abgeschlossen und der erste „richtige“ Job steht vor der Tür. Mit dem ersten Arbeitsvertrag beginnt ein neuer Lebensabschnitt und damit auch mehr Verantwortung. Doch bevor die Unterschrift unter den Arbeitsvertrag gesetzt wird, heißt es: genau hinschauen! Viele junge Berufseinsteiger unterschätzen die Bedeutung dieses Dokuments. Im Arbeitsvertrag werden die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses festgelegt, daher ist ein sorgfältiges Prüfen unerlässlich.

Erster Arbeitsvertrag nach der Ausbildung

Die wichtigsten Punkte im Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsvertrag muss bestimmte Mindestangaben enthalten. Dazu gehören:

  • Name und Anschrift der Vertragsparteien (Arbeitnehmer und Arbeitgeber)
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • Bei befristeten Arbeitsverträgen: die Dauer der Befristung und der Grund dafür
  • Arbeitsort oder Hinweis auf wechselnde Arbeitsorte
  • Eine kurze Beschreibung oder Bezeichnung der zu leistenden Tätigkeit
  • Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, Zulagen, Prämien sowie Sonderzahlungen
  • Arbeitszeit
  • Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
  • Kündigungsfristen
  • Ein genereller Hinweis auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind

Was ist bei der Vertragslaufzeit zu beachten?

Ist der Arbeitsvertrag befristet, muss der Grund für die Befristung angegeben werden. Achten Sie darauf, dass der Grund im Vertrag konkret genannt wird. Eine Befristung ohne Sachgrund ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, z.B. bei Neueinstellungen für maximal zwei Jahre. Im Anschluss an eine Ausbildung ist eine Befristung ohne Sachgrund nicht zulässig.

Die Tätigkeitsbeschreibung: Was erwartet mich?

Die Tätigkeitsbeschreibung sollte möglichst präzise formuliert sein, um spätere Konflikte zu vermeiden. Eine zu weit gefasste Formulierung („…und alle damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten“) gibt dem Arbeitgeber viel Spielraum. Prüfen Sie, ob die beschriebenen Aufgaben Ihren Qualifikationen und Erwartungen entsprechen.

Gehalt und Arbeitszeit: Das A und O

Das Gehalt ist natürlich ein entscheidender Faktor. Achten Sie darauf, dass das vereinbarte Gehalt dem Tarifvertrag oder den branchenüblichen Gehältern entspricht. Prüfen Sie auch, welche Regelungen zu Überstunden, Zuschlägen und Sonderzahlungen getroffen wurden. Die Arbeitszeit sollte klar definiert sein. Wie viele Stunden pro Woche müssen Sie arbeiten? Gibt es Regelungen zu flexiblen Arbeitszeiten oder Gleitzeit?

Urlaubsanspruch: Die wohlverdiente Pause

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage. Im Arbeitsvertrag kann ein höherer Urlaubsanspruch vereinbart werden. Prüfen Sie, wie die Urlaubsplanung im Unternehmen geregelt ist.

Kündigungsfristen: Was gilt im Trennungsfall?

Die Kündigungsfristen sind sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber bindend. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Im Arbeitsvertrag können abweichende, aber für den Arbeitnehmer nicht ungünstigere Kündigungsfristen vereinbart werden. Beachten Sie, dass sich die Kündigungsfristen für den Arbeitgeber mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern.

Probezeit: Eine Zeit des Kennenlernens

Die Probezeit dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Während der Probezeit gelten verkürzte Kündigungsfristen. Die Höchstdauer der Probezeit beträgt in der Regel sechs Monate. Im Arbeitsvertrag sollte die Dauer der Probezeit klar geregelt sein.

Konkurrenzklausel und Verschwiegenheitsklausel

Eine Konkurrenzklausel schränkt Ihre Möglichkeiten ein, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei einem Konkurrenzunternehmen zu arbeiten. Eine solche Klausel ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und muss zeitlich und räumlich begrenzt sein. Eine Verschwiegenheitsklausel verpflichtet Sie, auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, über betriebliche Angelegenheiten Stillschweigen zu bewahren.

Überblick behalten mit einer Checkliste

Eine Checkliste kann helfen, die wichtigsten Punkte im Arbeitsvertrag zu überprüfen:

AspektFragen
VertragsparteienSind die Namen und Adressen korrekt?
VertragsbeginnStimmt das Datum?
BefristungIst der Grund für die Befristung angegeben?
TätigkeitIst die Tätigkeitsbeschreibung klar und präzise?
GehaltEntspricht das Gehalt den Erwartungen und Tarifverträgen?
ArbeitszeitIst die Arbeitszeit klar definiert?
UrlaubWie hoch ist der Urlaubsanspruch?
KündigungsfristenSind die Kündigungsfristen fair?
ProbezeitWie lange dauert die Probezeit?
Konkurrenz-/VerschwiegenheitsklauselSind diese Klauseln zulässig und verhältnismäßig?